Doppelte Buchführung, Kontenrahmen und mehr. Die Grundlagen der Buchhaltung

31. Januar 2020 in Buchhaltung



Doppelte Buchführung, Kontenrahmen und mehr. Die Grundlagen der Buchhaltung

Mit der Finanzbuchhaltung (FIBU) erfolgt die Aufzeichnung aller Geschäftsfälle. Dinge wie die doppelte Buchführung wirken häufig – gerade auf „digital natives“ (wo ich auch dazu gehöre ;)) – etwas kompliziert und unnötig komplex wirken. Dennoch bestehen gesetzliche Notwendigkeiten. Zusätzlich können auch für sich selbst als Unternehmer wichtige Informationen aus der Buchhaltung verwendet werden.

Doppelte Buchführung

Grundsätzlich: Die doppelte Buchhaltung (auch Dopik) ist ein kaufmännisches Buchführungssystem, bei dem Geschäftsvorfälle doppelt erfasst (auf einem Konto und einem Gegenkonto) werden.

So weit, so gut. Aber was heißt das nun in der Praxis?
Beispiel: Wir stellen eine Rechnung über 1.000€ an Kunde (Debitor 10001)

Debitor 10001 (Soll) an Sachkonto 4400 (Erlöse 19% USt) (Haben)

Somit ist die Forderung an Debitor 10001 auf dessen Konto vermerkt, als auch der Erlös auf 4400.

Erfolgskonto: Wird für die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) berücksichtigt. Ist hier der Erlös auf 4400 (Erlöse 19% USt)

Bestandskonto: Wird für die Bilanz berücksichtigt. Ist hier 10001 und damit die Forderung an den Debitor/Kunden.

Das bringt uns dann im Folgenden zu den weiteren Begriffen: Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), Aktiv- und Passivseite, Soll und Haben:

Bilanz

Die Bilanzrechnung ist Grundlage der doppelten Buchführung. Hier sind die Bestandskonten im Blick. Es wird also die aktuelle Finanzlage jeweils am Anfang sowie am Ende des Geschäftsjahres dargetellt. Die Bilanz ist in Aktiv- und Passivseite untergliedert:

Aktivseite: Beschreibt die Vermögensverwendung, also wofür das Geld ausgegeben wird. Beispiele sind hier Sachanlagen, Vorräte, Wertpapiere usw.

Passivseite: Die Passivseite enthält alle Vorgänge bezüglich der Vermögensherkunft. Beispiele: Eigenkapital, Fremdkapital, usw.

Soll und Haben

Jedes Bestandskonto hat eine Soll-Seite (links) und eine Haben-Seite (rechts). In diesen werden Zu- und Abgänge des jeweiligen Bereichs erfasst.

Bei Bestandskonten der Aktivseite werden Zugänge im Soll Gebucht. Abgänge im Haben.

Bei Bestandskonten der Passivseite ist es genau anders herum: Zugänge im Haben, Abgänge im Soll.

Das führt dazu, dass immer ein Gleichgewicht zwischen der Aktiv- und Passivseite bestehen muss: Bei jeder Buchung von Geschäftsvorgängen muss ein Konto im Soll und das andere Konto im Haben belastet werden. Schlussendlich muss demnach die Bilanzsumme auf der Aktiv- und auf der Passivseite übereinstimmen. D.h. die Vermögensverwendung muss der Vermögensherkunft entsprechen.

Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Bei der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) werden Erträge und Aufwände gegenübergestellt. Damit wird dann Gewinn oder Verlust festgestellt.

Das funktioniert ähnlich wie bei der Bilanz, es werden aber keine Bestandskonten, sondern Aufwands- und Erlöskonten verwenden.